Ausgaben im Ricordi-Verlag

                 

Quartettfibel Bd. 1 und 2

Bibliographische Angaben:

Quartettfibel Bände 1/2
Hrsg. Michael Sieberichs-Nau
Ricordi Verlag, München
ISMN M-2042-2841-3/ISMN M-2042-2842-6
Sy. 2841/Sy. 2842

Alte Musik für vier Gitarren

Bibliographische Angaben:

Alte Musik für vier Gitarren
Leichte Quartette nach Vokalsätzen des 16. Jahrhunderts
Hrsg. Michael Sieberichs-Nau
Ricordi Verlag, München
ISMN M-2042-2769-3
Sy. 2769

Quartettfibel Bd. 1 und 2

Dass der Gruppenunterricht gegenüber dem früheren Einzelunterricht für Schüler in den ersten Jahren zunehmend zur Regel-Unterrichtsform wird, legt nahe, den Unterrichtsstoff dementsprechend zu bearbeiten und auch die Methodik auf diese Situation anzupassen.

Von Anpassung kann auch angesichts der Entstehung der Quartettfibeln die Rede sein. Diese folgt der Vorlage der bewährten Gitarrenfibel von Heinz Teuchert. Lediglich im Anfang habe ich gelegentlich die Erarbeitung des Tonvorrats vorweggenommen und vor allem Basstöne eingeführt, um einen ansprechenderen musikalischen Satz zu gewährleisten.

Band 1 enthält nahezu alle Lieder der Vorlage als Quartettfassungen; Band 2 besteht aus einer Auswahl von Liedern, die jedoch unter dem Gesichtspunkt einer vielfältigeren, mehr an satztechnisch-musikalischen Kriterien orientierten Bearbeitungsweise gestaltet sind – die stilistische Vielfalt dieses Bandes entspricht vor allem der Textvorlage. Hier klingen alle vorkommenden Stile an: Blasmusik, chinesische Klänge, Rumba … Zwei Sätze sind aus diesem Grund als Quintett gesetzt.

Angesichts der Kürze vieler Lieder sind Arrangements im Sinne von Erweiterungen empfehlenswert. Oft lassen sich mit einfachen Mitteln Vor-, Zwischen- und Nachspiele aus den Unterstimmen herstellen. Den genauen Ablauf solcher Arrangements zu verstehen ist für viele Schüler eine kleine Herausforderung. Eine weitere Variationsmöglichkeit ergibt sich aus unterschiedlichen Besetzungen. Die meisten der Lieder lassen sich auch mit Melodieinstrumenten besetzen. Natürlich sind es Lieder, die auch gesungen werden können.

Wie in der Gitarrenfibel von Heinz Teuchert, so habe ich den technisch-methodischen Ansatz beibehalten. Beispielsweise wird der Ringfinger der rechten Hand sehr spät eingeführt. Dies hat zur Folge, dass im ersten Band ausschließlich zwei- und dreistimmige Begleitungen in der vierten Stimme vorkommen. Für die Haltung der Anschlagshand ist dieses Vorgehen aus haltungstechnischen Gründen sehr vorteilhaft, für die Greifhand bedeutet dies ebenfalls eine spürbare Entlastung. Auf diese Weise ergänzen die Quartettfibeln ihre Vorlage um eine methodisch angelegte Anweisung zum Akkord- und Begleitspiel.

Alte Musik für vier Gitarren

In dieser Ausgabe sind ausschließlich Chorsätze des 16. und frühen 17. Jahrhunderts für Gitarrenquartett bearbeitet worden. Entsprechend dem Ambitus der menschlichen Stimme sind die Einzelstimmen in einem überschaubaren Tonumfang gehalten; Lagenwechsel sind selten und der Tonvorrat innerhalb eines jeden Satzes überschaubar. Daher lassen sich die Sätze auch sehr gut von Spielern bewältigen, die im Lagenspiel noch ungeübt sind.

Für Spieler, die die Hürde des Lagenspiels noch nicht in Angriff genommen haben, liegt eine transponierte Fassung der ersten Stimme bei. Diese Stimme ist tiefer transponierte, daher in der ersten Lage notiert. Die originale Tonhöhe – die Re-Transposition – wird dann mittels eines Kapodasters erreicht.

Folgende Komponisten sind in der Ausgabe vertreten: Josquin Deprèz, John Dowland, Hans Leo Hassler, Pierre Attaignant, Johann Steuerlein und Michael Praetorius. Die Werke gehören zum Standard-Repertoire eines jeden gemischten Chores, sie sind durchaus als Einführung in die Welt der Madrigalmusik und ihrer Vielfalt zu bezeichnen. Meinen Schülern haben die Stücke immer viel Freude bereitet.


Michael Sieberichs-Nau

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