Von Anfang an

Bibliographische Angaben:

Günter Andrich
Psalteria, Innsbruck


ISMN M-012-19778-2 und M-012-19818-5


Für Birgit

Dieses Heft ist in erster Linie für den Unterricht mit Kindern gedacht. Es enthält deshalb viele Kinderlieder und nur relativ wenige sogenannte "Etüden". Der Spaß am Musizieren soll im Vordergrund stehen, der technische Fortschritt wird sich dann von selber einstellen. Die Reihenfolge der Stücke ist so gewählt, daß diese aufeinander aufbauen und dadurch eine spielerische Erweiterung der musikalischen und technischen Mittel ermöglichen. Auf die Be-schreibung der Musiktheorie wurde weitgehendst verzichtet, weil der vermittelnde Lehrer darü-ber sowieso Bescheid weiß und sie bei Bedarf einstreuen kann. Für Kinder hat die Theorie nur wenig Bedeutung, die erlebte Praxis und die Freude am Musizieren hingegen ist unverzichtbar.

Da man Art und Aufbau des Anfangsunterrichtes sehr unterschiedlich gestalten kann, versucht das vorliegende Heft eine von mehreren Möglichkeiten anzubieten, kindergerecht Zither zu unterrichten. Viele Stücke wurden schon in der Praxis erprobt, können aber sicher nicht allen Erfordernissen gerecht werden. Gerade der erste Teil (Lektion 1-4) ist als eine Anregung für den Lehrer gedacht, den allerersten Anfang (z.B. Handstellung und Notation) am Instrument spielerisch und phantasievoll zu gestalten. Hier liegt es in erster Linie am Einfallsreichtum des Lehrers, immer wieder neue Wege zu finden, einem Kind den Einstieg in die Musik zu ermöglichen.

In diesem Heft wurde für den Anfang am Griffbrett die III. Lage gewählt, was ich kurz begründen möchte:
Es steht natürlich jedem Lehrer frei, eine andere Lage zu verwenden, wenn es ihm sinnvoller erscheint oder wenn ein Schüler bereits in einer anderen Lage begonnen hat.

Auch die hier praktizierte Verwendung der Freisaiten ist ein Versuch, in erster Linie flüssiges Musizieren zu ermöglichen und nicht schon in den ersten Stunden an zu vielen technischen Problemen hängenzubleiben: Gerade der gleichzeitige Anschlag von Griffbrett und Freisaiten macht oft enorme Schwierigkeiten und verursacht den zähen Spielfluß bei Anfängern; darum wurde darauf zunächst verzichtet und eine Begleitung nur abwechselnd mit dem Griffbrett eingeführt. Das Zusammenspiel entwickelt sich nach einigen Stücken auf behutsame Weise. Auch das Dämpfen der Freisaiten wird noch nicht verlangt. Gerade für ganz junge Anfänger kann der Fortgang der Stücke immer noch zu schnell gehen, darum sollen hiermit die Lehrer ermutigt werden, selber nach der aufgezeigten Methode zusätzliche Stücke zu bearbeiten, um damit die Zunahme der technischen Schwierigkeiten den Fähigkeiten des Schülers anzupassen.

Zusammenfassend ist es wichtig zu sehen, daß hier noch kein Endergebnis oder gar eine »unfehlbare« Methode angeboten wird, sondern ein Einstieg in einen Entwicklungsprozeß, der sich hoffentlich fortsetzen wird. Dieses Heft sollte nur insofern als eine Schule verstanden wer-den, als es eine Grundlage und Anregungen bietet für einen flexiblen Unterricht, der in erster Linie die Freude an der Musik vermitteln will und alle technischen Bedingungen nur als Hilfsmittel dazu versteht.

So wünsche ich Schülern und Lehrern viel Freude bei ihren Erfahrungen mit Musik und Unterricht!

Günter Andrich

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