
Bibliographische
Angaben:
Dieter Kreidler Gitarrenschule
Schott-Verlag, Mainz
ISMN:
979-0-001-15086-6
ISBN:
978-3-7957-5877-6
Bestell-Nummer:
ED 20351
ISMN:
979-0-001-15088-0
ISBN:
978-3-7957-5879-0
Bestell-Nummer:
ED 20352
ISMN:
979-0-001-15795-7
ISBN:
978-3-7957-5917-9
Bestell-Nummer:
ED 20581
Dieter Kreidlers
auf der Schott-Website
Dieter
Kreidlers frühere Gitarrenschule in zwei Bänden entstand in
den 70-er Jahren und war lange zurecht ein Standardwerk der
Unterrichtsliteratur. Zu dieser Zeit war
der Bedarf an Lehrwerken sehr groß, die Gitarre erlebte –
auch
im Zuge einer neuen Jugendkultur – einen Boom, der sich
deutlich in der Frequentierung des Fachs Gitarre an
den Musikschulen
niederschlug. Es fehlte damals ein Lehrwerk, das den methodischen Ansatz Karl Scheits – der sich aus
der Technik und dem Ideal der Tárrega-Schule und dem Vorbild Segovias
ableitete – mit modernem Material verband. Im Handel waren
ansonsten immer noch Verschnitte der Carulli-Schule oder
altväterliches Material wie die Götze-Schule vorhanden. Auf der anderen
Seite entstanden Ausgaben, die »Gitarre ohne Noten« u. Ä. propagierten.
Dieter
Kreidler war der erste Autor, den Scheit-Ansatz methodisch konsequent unter
Berücksichtigung eines zeitgemäßen Repertoires durchführte.
Dies verschaffte seiner Schule lange Zeit eine Alleinstellung, selbst
im englischen Sprachraum gab es nichts in dieser Art, so dass das Werk
schließlich
ins Englische übersetzt wurde.
Dass
nun nach mehreren Jahrzehnten eine Neufassung der
bewährten Kreidlerschule vorgenommen wurde, hat gute Gründe:
Die Bedingungen, die dem heutigen Gitarrenunterricht zugrunde
liegen, haben sich geändert. Der Unterricht in der Gruppe
ist mittlerweile
an den meisten Musikschule die Regel – allein schon aus
wirtschaftlichen Zwängen und Überlegungen. Zudem erreicht
die heutige
Musikschule mehr und mehr auch jene sozialen Schichten,
die in früheren Zeiten nicht selbstverständlich mit der
der Musikschule
in Kontakt getreten wären. Hinzu kommt ein Fortschritt in der wissenschaftlichen Reflektion des
Lernens, der sich in verfeinerten Methoden
des Lehrens niederschlägt.
Das
neue Lehrwerk trägt all diesen Bedingungen Rechnung. Während
das spieltechnischen Konzept und damit die Folge der Lernschritte
prinzipiell unverändert bleibt, hat der Autor das
Spielmaterial gründlich überarbeitet. Die Sätze der drei Bände sind als Ensemblestücke
gestaltet und lassen so
ein gemeinsames Musizieren von Beginn an zu. Musikalische Inhalte, wie beispielsweise der Bezug von
Melodie
und Begleitung oder einfach das Verhältnis zwischen
einer Einzelstimme und einem klingenden Satz, werden so direkt
erfahrbar. Es liegt
auf der Hand, dass so die Ensemblefähigkeit der Schüler gefördert wird.
Wie
schon in seinem früheren Lehrwerk, so ist auch hier die
Lernschrittfolge genau strukturiert und folgt damit dem
lerntheoretischen
Grundsatz, in kleinen, überschaubaren Schritten vorzugehen, ein Prinzip, dass leider in manchen anderen Schulen fehlt.
Nicht
nur die Frage, wie Lernschritte zu vermitteln sind, sondern auch die
Aufgabe, das Verständnis dieser Inhalte zu kontrollieren und zu
festigen, sind wesentliche Forderungen an den modernen Unterricht. Dem
folgt die Neufassung der Gitarrenschule mit vielfältiger Ansätzen:
Kognitive
Inhalte werden in einfallsreicher Weise in Rätseln und Übungen
vertieft. Eine Besonderheit ist der sogenannte Notenfinder, ein
wiederbeschreibares Folienblatt, auf dem die Noten- und Griffbrettkenntnis geübt werden. Zu allen Bänden liegen CDs vor.
Diese können, müssen jedoch nicht, mit dem Kauf der Schule erworben
werden. Die Aufnahmen vermitteln eine recht genaue
Vorstellung, wie die Stücke unter realen Musikschulbedingungen klingen können.
Ich
hatte vor einigen Monaten die Gelegenheit einen Vortrag des Autors in Zürich zu besuchen
und habe dabei viele der Beispiele gehört (zum
Teil auch gelesen). Es
ist eine der Stärken Dieter Kreidlers, mit einfachen
Mitteln musikalisch ansprechende Sätze zu schreiben – das gilt gleichermaßen
für die vielen anderen Ausgaben Dieter Kreidlers. Im neuen
Lehrwerk ist dabei ein weites Spektrum an verschiedenen Stilen
vertreten, vom
Volkslied bis zu modernen, dem Jazz verwandten Stil
ist fast alles vorhanden. Gerade diese stilistische Vielfalt stellt sicher, dass Schüler im
Fazit: Die
neue Gitarrenschule ist für jeden Gitarrenlehrer zu empfehlen, der
Autor verbindet vorbildlich Anspruch und Orientierung an den Wünschen
von Schülern. Selbst wenn man nicht nach dieser Schule unterrichtet
findet man hier wertvolle Ensemblestücke und Anregungen für die Gestaltung des
Unterrichts
– an dieser Stelle sei auch ausdrücklich auf die zahlreichen Ausgaben
Dieter Kreidlers (auch bei Trekel, Hamburg) hingewiesen. »Gitarre
spielen
mit Spaß und Fantasie«, heißt es im Untertitel. Das ist bestens gelungen.
Gratulation an den Autor und auch an den Schottverlag!
Viel Gewinn für Unterricht und Vorbereitung